Persönliches

 

 

Ich gehöre zur ersten Generation der Deutschen, die niemals im Leben Not oder gar Kriegswirren erdulden mußten. Im Jahre 1955, zu Beginn des deutschen Wirtschaftswunders, wurde ich geboren.

Wenn auch die materielle Versorgung akzeptabel gut gesichert war - in Ordnung war die Welt der Kinder damals nicht. So wurde meine Lebenseinstellung vom Geist der "sanften Revolution" der 68ger Zeit geprägt.

 

Joachim Koßmann

Die Gründe, weshalb man sich für oder gegen eigene Kinder entscheidet, sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst.

Ich wußte schon im Alter von 7 Jahren, daß ich niemals eigene Kinder haben will. Hauptursache waren sicherlich eine Vielzahl frühkindlicher Negativerlebnisse, die ich im Umgang mit anderen Kindern hatte. Von jenen wurde ich gequält und habe sie nur als grausame kleine Bestien erlebt, viel schlimmer noch als böse Erwachsene. Nie wollte ich meine Energie darauf verschwenden, selbst solch eine grausame kleine Bestie großzuziehen. Auch hatte ich kein gutes Verhältnis zu meinem Vater. Das war weder die Schuld meines Vaters noch meine Schuld. Zwar war mein Vater ein rechtschaffender Mann, der fleißig arbeitete, um seine Familie zu versorgen, doch war er ein ungeschickter Pädagoge, und menschlich haben wir nicht zusammen gepaßt. Der Begriff "Vater" war für mich immer negativ assoziiert, ich selbst wollte nie Vater werden. Um das zu verhindern, wollte ich auch notfalls den Klapperstorch umbringen, wenn er mir einmal ein Kind bringt...

Nun, mittlerweile bin ich schon lange erwachsen und sehe Kinder heute natürlich aus einer anderen Position. Ich spiele auch gerne mit den Kindern meiner Bekannten, wenn ich sie besuche. Dennoch könnte ich mir nach wie vor nicht vorstellen, selbst ständig mit Kindern zusammenleben zu sollen. Da zudem Ehe und Familie für mich als Lebensform nicht in Frage kommt, und ich sexuell enthaltsam lebe, bleibt meine Entscheidung gegen eigene Kinder endgültig. Ich denke, es ist auch aus Sicht potentieller Kinder eine gute Entscheidung, denn ich wäre wohl kein guter Vater.

   

 

 

Im katholischen Kindergarten St. Marien am Veilchenweg 55 in D 44651 Herne / Wanne - Eickel wurden "unartige" Kinder im dunklen Keller eingesperrt.

Solche Praktiken waren damals allgemein üblich...

   

 

 

Die benachbarte katholische Volksschule an der Herzogstraße setzte diese Tradition fort. Prügelstrafe war an der Tagesordnung, Schulgottesdienst und der sonntägliche Kirchgang waren Pflicht.

Großmutter Auguste (Jahrgang 1903) wollte ein Kind, damit sie geheiratet wird und versorgt ist, um nicht arbeiten zu müssen. Ansonsten konnte sie Kinder nicht leiden. "Wenn du keine Lust hast zu arbeiten, mußt du eben heiraten oder sagen, du seist krank", sagte sie mir einmal. So sprach die Weisheit der alten Dame.

Mutter Ilse (Jahrgang 1925) wollte viele Kinder. Im Geiste des Nationalsozialismus erzogen wollte sie nach dem Endsieg in den "Neuen Deutschen Osten" (Ukraine / Baltikum) auswandern und dort einen größeren Bauerhof führen. Aus dem Endsieg wurde zwar nichts, doch viele Kinder bekam sie trotzdem, gerade in der schlechten Zeit unmittelbar nach dem Krieg. Das Land war zerstört, es herrschten Hungersnöte, die wirtschaftliche Zukunft war ungewiß, und - was wohl am schlimmsten war - schon bald kam die sicherlich nicht unbegründete Angst vor einem Atomkrieg auf. Die Lebenssituation für Kinder war zu dieser Zeit also wirklich nicht rosig. Sexuelle Aufklärung gab es damals nicht. Die Mutter sagte mir einmal, als junges Mädchen habe sie geglaubt, sie könne ein Kind bekommen, wenn sie einen Mann küßt. (In diesem Zusammenhang weise ich daraufhin, daß Mutter mit Sicherheit nicht doof war!). Im Jahre 1946 wurden in der britischen Zone wieder Empfängnisverhütungsmittel zugelassen. Doch die Kinder von Mutter waren alle Wunschkinder. Vielleicht war es eine Trotzhandlung der Mutter, denn aufzugeben wäre ich dieser Situation wohl auch nicht die richtige Lösung gewesen.

Eine Nachbarin (Jahrgang 1953) wollte Kinder, um sich als Mutter zu profilieren, um sich von allen bewundern, bemitleiden und hoffieren zu lassen. Kinder sind auch ein Stück positiver Selbstverwirklichung, aber auch destruktiver Egoismus.

Wieder eine andere Dame (Jahrgang 1951) wollte Kinder, weil alle anderen Frauen ihres sozialen Umfeldes auch Kinder hatten. So ist es wohl bei vielen Dingen im Leben, es geht einfach nur um´s Prinzip.

Ich habe viele Menschen gefragt, warum sie sich für oder gegen eigene Kinder entschieden haben. Dabei stellte ich fest, daß Angehörige der älteren Generation (etwa bis Jahrgang 1940) sehr überrascht auf diese Frage reagierten. Es wäre normal Kinder zu haben und zu heiraten, und sie hätten eigentlich nie darüber nachgedacht, warum sie sich dafür entschieden haben. Ähnliche Antworten bekam ich auch von jüngeren ausländischen Mitbürgern. Andere Antworten bekam ich jedoch von Angehörigen der mittleren und jüngeren deutschen Generation. Die Entscheidung für oder gegen Kinder wird in der Regel sehr bewußt getroffen, und man will nicht gern etwas dem Zufall überlassen. Sicher kann man kritisieren, daß das Leben zu sehr verplant, gar reglementiert wird. Aber für die Kinder ist es wohl die bessere Lösung.

 

FAZIT:
Kinder werden aus egoistischen Gründen in die Welt gesetzt, oder auch nicht geboren, egal wie man sich entscheidet. Nur religiöse oder politische Fanatiker, vielleicht aber auch Faulenzer/innen, die versorgt werden wollen, weil sie keine Lust haben zu arbeiten, haben andere Motive.
Egoismus ist grundsätzlich nichts Schlimmes, solange man damit niemanden schadet. So ist auch meine persönliche Entscheidung gegen Kinder durchaus egoistisch. Aber ich wäre meinen potentiellen Kindern kein guter Vater gewesen und hätte damit jenen keinen Gefallen getan. Die Gesellschaft sollte mir außerdem dankbar sein, daß ich meinen Beitrag zum Abbau der Überbevölkerung geleistet habe. In meinem Fall ist Egoismus sogar etwas Positives.

Joachim Koßmann

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