EINSCHULUNG 2007:
Auch in diesem Jahr führt der Herner Kinderschutzbund wieder zur Einschulung die Tornisteraktion für Kinder bedürftiger Eltern durch. Bedürftige können gegen Vorlage entsprechender Nachweise bei den beiden Geschäftsstellen im Herner Stadtgebiet gratis Tornister für ihre Kinder bekommen. Es handelt sich dabei um hochwertige Markenprodukte z. B. von der Firma "Scout". Teure Luxustornister sind nach Auffassung des Herner Kinderschutzbundes für Kinder notwendig, damit jene in der Schule Chancengleichheit haben (Quelle: Herner Sonntagsnachrichten). Dafür sollten die Bürger/innen unserer Stadt fleißig Geld spenden.
So weit so schlecht. Die Frage, ob man die Spendengelder statt dessen auch für nützlichere Zwecke verwenden könnte, sollte uns in diesem Zusammenhang nur am Rande interessieren.
Der Herner Kinderschutzbund gab in seinem Artikel in den Herner Sonntagsnachrichten an, die Beschaffungskosten würden bei ca. 83,-- EUR pro Tornister liegen. Nach meinen Recherchen handelt es sich bei diesen 83,-- EUR um den normalen Ladenpreis, wenn man nicht gerade im allerteuersten Geschäft kauft und Angebote ausnutzt.
Bei der Spendenaktion des Kinderschutzbundes muß man jedoch von anderen Vorraussetzungen ausgehen. Für die Beschaffungskosten kann man nur den Großhandelspreis ansetzen, der erheblich günstiger ist als der Endverbraucherpreis. Das gilt vor allem, wenn man größere Kontingente an Tornistern kauft, was aber der Fall war. Jeder Tornister hätte also um etwa 30,-- EUR billiger als angegeben sein müssen. Das bedeutet in seiner Konsequenz, dass der Kinderschutzbund fast 1.000,-- EUR zuviel für die zu verschenkenden Tornister geltend gemacht hat.
Zur Erklärung des Sachverhaltes gibt es jetzt nur zwei Möglichkeiten:
1. Der Herner Kinderschutzbund hat tatsächlich den hohen Preis von ca. 83,-- EUR pro Tornister bezahlt. In diesem Fall hätte sich der Lederwaren- und Pelzhändler, der mit der Beschaffung der Tornister beauftragt war, eine goldene Nase verdient... DAS LÄGE NICHT IM SINNE DER IDEALISTISCHEN SPENDER!
2. Der Herner Kinderschutzbund hat nur den üblichen Großhandelspreis bezahlt. In diesem Fall hätte der Vorstand die Bevölkerung schamlos angelogen. Wo wäre dann der Betrag von fast 1000,-- EUR verblieben? Was sollte diese Lügerei? Wer hätte sich dann persönlich bereichert? DAS WÄRE NICHT IM SINNE DER IDEALISTISCHEN SPENDER!
Der Herner Kinderschutzbund verweigert dazu die Stellungnahme und den Sachverhalt aufzuklären. Auch in diesem Jahr 2008 gab es wieder eine Spendenaktion des Kinderschutzbundes für neue Luxustornister, doch diesesmal geschah es in aller Stille ohne den sonst üblichen Medienrummel. Warum wohl? DER KINDERSCHUTZBUND HAT ANGST VOR EINER ÖFFENTLICHEN DISKUSSION. Was hat er zu verbergen?
DER AKTUELLE STAND DER DINGE IM NOVEMBER 2008:
Auch im Jahre 2008 führte der Herner Kinderschutzbund wieder eine Tornisteraktion für die Kinder "sozial Schwacher" durch, diesesmal jedoch ohne den sonst üblichen Werberummel in den lokalen Medien. Kosten für die Beschaffung der Tornister veröffentlichte der Kinderschutzbund nun aber nicht mehr. Es ist daher offensichtlich, dass bei der Sache irgendetwas nicht in Ordnung ist. Die Spender - und das sind wi alle, da die Spenden von der Steuer absetzbar sind - haben ein Recht auf Aufklärung, was mit ihrem Geld geschehen ist!
Das ist leider noch längst nicht alles. Das Herner Ladenlokal des Herner Kinderschutzbundes war lt. Pressemeldungen im Sommer 2008 von einem Wasserschaden betroffen. Die Bevölkerung wurde um Spenden gebeten, damit dieser Wasscherschaden wieder behoben werden konnte.
Normalerweise werden solche Schäden durch Versicherungen reguliert. Der Herner Kinderschutzbund weigert sich, auch diesen Fall auzuklären. Somit bleibt offen, was mit den Geldern für die Renovierung des Ladenlokales geschehen ist.
Die undurchsichtige Verwendung von Spendengelder bleibt ein großes Problem des Herner Kinderschutzbundes, der zudem den öffentlichen Dialog über diese Fragen scheut. Das erweckt weitere Verdachtsmomente, die möglicherweise gar nicht begründet sind.
Solange erhebliche Zweifel an der Seriösität des Herner Kinderschutzbundes nicht ausgeräumt sind, möchte ich daher keine Spendenempfehlung aussprechen.
Joachim Koßmann