In den meisten Industriestaaten ist das natürliche Bevölkerungswachstum heute gestopt. Zwar haben noch fast alle klassischen Industriestaaten unter dem Strich ein leichtes Bevölkerungswachstum zu verzeichnen - auch die Bundesrepublik Deutschland -, was allerdings nur auf einen Einwanderungsüberschuß zurückzuführen ist.
Dieser Einwanderungsdruck wird sich in Zukunft noch verstärken und auch in den Industriestaaten den notwendigen Abbau der Überbevölkerung vereiteln. Viele Bürger der Industriestaaten fühlen sich zudem durch steigende Ausländerzahlen bedroht. Andere hingegen befürworten die Einwanderung, um die Bevölkerungsverluste bei der einheimischen Bevölkerung kompensieren zu können.
Erfahrungen aus der Vergangenheit bestätigen, daß die Integration von Einwanderern durchaus möglich ist. So wanderten nach Preußen viele Hugenotten aus Frankreich ein - 20 % der Bevölkerung Berlins waren einst Franzosen. Am bekanntesten ist sicherlich die Masseneinwanderung von Polen in das Ruhrgebiet vor 100 Jahren, während aus Irland fast nur qualifizierte Fachleute einwanderten. Die Integration dieser Menschen unsere heutige Gesellschaft ist vollständig geglückt. Sicherlich kann man diesen Sachverhalt nicht unbedingt auf die Gegenwart projezieren, denn diese Menschen wurden auch wirklich vom aufstrebenden Deutschen Reich gebraucht, sowohl die Fachkräfte als auch das Heer der einfachen Arbeiter.
Heute ist die Situation jedoch anders. Ausländische Mitbürger verrichten nicht mehr nur "einfache und dreckige Arbeiten", die die Deutschen ohnehin nicht erledigen wollen. Als ich 1975 Abitur machte, war in meinem Abschlußjahrgang kein einziger Ausländer vertreten. Doch heute gibt es ausländische Rechtsanwälte, Ärzte, Wissenschaftler etc.. Für viele Deutsche sind sie eine unerwünschte Konkurrenz....
Grundsätzlich sind Einwanderung und Auswanderung keine Lösung interner nationaler Probleme. Beides ist jedoch sinnvoll und nützlich, denn ein internationaler Austausch von Menschen, Kulturen und Gedaken kann allen dienen. Aber wir tun niemanden einen Gefallen, wenn wir ihn in unser Land lassen und ihm hier dann keine Existenzgrundlage bieten können. Es müssen also Kontrollen und Regelungen für die Einwanderung getroffen werden, wie sie schon seit vielen Jahrzehnten in den klassischen Einwanderungsländern, USA, Kanada und Australien üblich sind.
Doch zunächst einmal müssen wir uns darüber Gedanken machen, was wir überhaupt wollen. Sollen in etwa hundert Jahren die Nachfahren der heutigen türkischen Einwanderer Türken sein oder Deutsche? ...oder ist es dann völlig egal, ob man Deutscher ist oder Türke? Der türkische Staat selbst sieht die Auswanderung vieler Bürger wohl auch nicht so positiv und befürchtet, daß jene dem Türkentum verloren gingen. Man müßte da schon auf einen gemeinsamen Nenner kommen.
Türken und andere Einwanderer jedoch als Kompensat für die eigene schrumpfende deutsche Bevölkerung einzusetzen, wäre absolut menschenverachtend. Unser Staat stellt sich schon genug Armutszeugnisse aus.