Sexueller Kindesmißbrauch
 

Sehr geehrte Damen und Herren,

es freut mich sehr, daß ich Ihnen bereits bei Erscheinen von www.kinderfreundlichkeit.com einen Beitrag einer Gastmoderatorin anbieten kann, zumal ich mich selbst zu dem Thema "sexueller KIndesmißbrauch" nicht qualifiziert äußern könnte.
Die Dame wird hier freimütig über ihr hartes Schicksal berichten. Für einen ersten Eindruck veröffentliche ich zunächst die ersten drei Seiten ihrer etwa 60 seitigen Geschichte.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, daß die Dame aus persönlichen Gründen anonym bleiben möchte, und nehmen Sie von entsprechenden Rückfragen nach ihrem Namen an mich Abstand. Jedoch können Sie gerne mit der Dame über dieses Gästebuch Kontakt aufnehmen. Wenn Sie möchten, können Sie sich selbstverständlich auch anonym äußern.

Ihr Joachim Koßmann

 

Zuerst möchte ich erklären, was Borderline ist, und wie man diese Krankheit bekommen kann:

Borderline ist eine Persönlichkeitsstörung, die in der frühen Kindheit aufgebaut wird, zum Beispiel durch:
Ausnutzung von Überlegenheit überlegener Personen, Missbrauch von Vertrauen, emotionale Abhängigkeit für eigene Zwecke ausnutzen.
Schlagen mit Gegenständen, prügeln, treten, Fausthiebe, schütteln, Ohrfeigen beißen, festhalten, fesseln, würgen, verbrühen, körperlich einschränken, wesentliche Bedürfnisse der Grundversorgung versagen, wie essen, trinken, schlafen oder medizinische Versorgung.
Körperlicher oder emotionaler Mißbrauch, Zungenküsse, unangebrachte Berührungen oder Massagen, oraler, vaginaler und analer Geschlechtsverkehr, Penismißbrauch, Verletzungen der Intimspähre und verführerischer Missbrauch.
Allein lassen, einsperren, verspotten, überfordern, bestrafen, Gleichgültigkeit, Liebesentzug, fehlende Streicheleinheiten, permanentes Kritisieren, Erniedrigungen, Lügen, versuchen das Selbstvertrauen zu zerstören.
Mangel an Geborgenheit, Mangel an Förderung und fehlende Akzeptanz.

Die Langzeitfolgen können sein:
Schlafstörung, Albträume, Konzentrationsstörungen, Magen- und Darmprobleme, Unterleibschmerzen, Atemstörungen, Multiple Persönlichkeitsstörungen, Esssucht, Magersucht, Hauterkrankungen, Allergien, kein Körpergefühl, Panikattacken, körperliche Flashbacks.
Emotionale Reaktionen:
Ängste, Bindungs- und Verlustängste, regressives Verhalten, aggressives Verhalten, Zorn, Trauer, Beziehungsschwierigkeiten, Scham und Schuldgefühle, Depressionen, Abspaltung, Wut, Ratlosigkeit, Chaos, Isolierung, Wahrnehmungsstörungen,  geringes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, zwanghaftes Verhalten, Selbsthass, Nähe- Distanzprobleme, Hoffnungslosigkeit, Hilfslosigkeit und dissozieren.

Dissoziation ist ein Zustand, in dem das Bewußtsein nicht mehr in der Lage ist, die Informationen von außen mit denen von innen in Einklang zu bringen.
Die Folge eines dissoziativen Zustandes kann sein, daß man sich an wichtige Dinge nicht mehr erinnern kann. Süchte, Selbstverstümmelungen, Selbstverletzungen, risikoreiches Verhalten, Suizidversuche können folgen.
Auch Ablehnung der Gesellschaftsrollen kann auftreten, sowie gestörtes Sozialverhalten, Verschlossenheit, Mißtrauen.
Die Sexualität kann gestört sein (Frigidität - Impotenz).
Sexuell aggressives Verhalten, Prostitution, Sadomasochistisches Sexualverhalten, unbefriedigte Sexualität, Intimstörungen.
Auch Herzrasen kann die Folge sein, sowie Herzstolpern, Schwindel, Schwitzen, Zittern, weiche Knie, Erstickungs- und Würgegefühle, Atemnot, Kribbeln in Armen und Beinen, Muskelschmerzen, Seh- und Wahrnehmungsstörungen, Magen- und Darmprobleme, Übelkeit, Brustschmerzen, Angst vor einem Herzinfarkt, Angst wahnsinnig zu werden, Angst vor Kontrollverlust, sich bei einer Ohnmacht lächerlich zu machen. Angst vor der Angst, Phobien.

...und nun zu meiner Geschichte:

Vor ein paar Tagen habe ich im Internet einen Leserbrief gefunden.
Jetzt weiß ich, daß ich ein Borderliner bin, schrieb eine junge Frau, und sie fragte sich, was ihr dieses Wissen nun bringen sollte.

Meiner Meinung nach mehr als im Dunkeln zu tappen - wie ich mit 19 Jahren, als ich auf der unbewussten Suche nach Liebe und Geborgenheit einen 19 Jahre älteren Mann heiratete. Einen Mann, der - wie ich meinte - alt und erfahren war, wie mein Vater, meiner Mutter aber nicht verfallen, wie er.
Mein Vater ließ sich nämlich von meiner Mutter herumschubsen. Bereits als ich noch Säugling war, schlug er zu, als ich nachts schrie, weil sie es so wollte.

Meine Mutter benutzte zwar andere Worte, als sie mir später - als ich bereits erwachsen war - einmal davon erzählte, aber sie gab zu, daß sie den Papa zu dieser Erziehungsmaßnahme angehalten hatte, und daß das Kissen unter meinem linken Ohr am nächsten Morgen naß gewesen war.
"Papa mußte damals schwer arbeiten, um uns alle satt zu machen", sagte sie, "er brauchte doch seine Ruhe. Außerdem konnte doch keiner ahnen, daß du Ohrenschmerzen hattest."
Es klang wie eine vorsichtige Entschuldigung, als meine Mutter mir von der Ohrfeige erzählte, zu der sie ihren Mann angehalten hatte, aber ich bin mir sicher, daß sie sich nicht wirklich schuldig fühlte.
Ich war aufsässig und bockig, ich hatte ihr nie eine andere Wahl gelassen.
Außerdem waren dier Zeiten schlecht gewesen, damals direkt nach dem Zweiten Weltkrieg. "Was meinst du, wie schwer Papa und ich es hatten, zwei Kinder groß zu ziehen, wir hatten doch nichts", sagte sie, dabei stöhnte sie so herzzerreißend, daß jeder, der ihr zuhörte, vor Mitleid zerfloß. "Papa mußte auf dem Bahndamm Kohlen klauen gehen, damit wir abends den Ofen anmachen, und ich uns eine warme Mahlzeit kochen konnte." Ihre Stimme brach fast in der Erinnerung an das Leid, das sie durchlebt hatte.

Auch als sie mir erzählte, daß Papa nach dem Schlag, den er mir an den Kopf gegeben hatte, das schlechte Gewissen geplagt hatte, schwamm sie im Leid.
Ihr Gesicht zeigte mir aber auch, daß sie mir die Schuld daran gab, daß Papa sich gegrämt hatte, wenn er in den 18 Monaten die folgten mit ansehen mußte, wie ich vor Ohrenschmerzen die Wände hochging.
Wahrscheinlich hätte ich ihnen - erst kurz auf der Welt - sagen müssen, daß ich vor Schmerzen schrie und nicht, weil ich aufsässog und bockig war.
Auf jeden Fall soll Papa mir Süßigkeiten gebracht haben damals, als ich - nach Aussagen von Mama - meine kleinen Finger vor Schmerzen in die Wand über der Couch geschlagen hatte, auf der ich über Tage gelegen hatte. Viele Stunden soll er bei mir gesessen haben, und ich soll ihm das nicht gedankt haben.
"Schamlos ausgenutzt hast du seine Gutmütigkeit", sagte Mama mit deutlichem Vorwurf in der Stimme. "Auf der Nase bist du ihm herumgetanzt und warst aufsässiger und bockiger als je zuvor. Papa hat mir damals richtig leid getan. Wie oft habe ich ihm gesagt: Verwöhn´ die Kleine nicht som sie schießt sonst in´s Kraut. Er wollte aber nicht hören. Nun lass´ sie doch, hat er gesagt, und ich hatte später - als du keine Schmerzen mehr hattest - die Last mit dir. Was meinst du, wie schwer es war, einem Kind, dem monatelang nur Puderzucker in den Hintern geblasen wurde, Grenzen zu stecken."

Ob sie mit mir damals auch zum Arzt gegangen war, erfuhr ich übrigens nicht mehr. Mama wollte plötzlich nicht mehr reden. Sie hatte wieder ihre Migräne, oder war es ihr Blutdruck, der angestiegen war, als sie mit mir über die alten Zeiten gesprochen hatte, ich weiß es nicht mehr. Ich weiß nur noch, daß sie sagte: "Jetzt ist gut", dann war das Gespräch für sie beendet, und sie hätte es auch nicht wieder aufgenommen, wenn ich sie darum gebeten hätte.
Wenn Mama nicht mehr wollte, wollte sie nicht mehr, das hatte man zu akzeptieren, sonst packte sie eine umfangreiche Trickkiste aus. Dann wurde geprügelt, getreten, geschrien und mehr. Und manchmal wurde auch gejammert, bis ein Anderer ihr zur Hilfe kam.
Auf jeden Fall setzte Mama ihren Kopf durch.

Vielleicht kann man in diesem Fall sogar verstehen, daß sie ihren Kopf durchsetzte, denn das was sie mir nun hätte erzählen müssen, wäre auch für sie, eine Frau, die für alles eine Erklärung fand, nicht so einfach zu erklären gewesen.
- ...denn welche Tochter will schon gern darüber reden, daß der eigene Vater sich an seinem Enkelkind vergriffen hat. -
Außerdem hatte ich auch gar nichts davon mitbekommen. Warum also sollte sie schlafende Hunde wecken.
Warum Ärger riskieren, wenn es nicht nötig war, wird sie gedacht haben, wo es sie doch so viel Mühe gekostet hatte, die Verwandtschaft davon zu überzeugen, daß ich Räuberpistolen erzählte, wenn ich wieder einmal meinen Mund nicht halten konnte.

Ich sollte nach vorne sehen, wird sie sich gedacht haben. Ich sollte mir ein eigenes Leben aufbauen und nicht einer Vergangenheit nachhängen, die ohnehin nicht mehr zu ändern war.

Daß mich diese Ungerechtigkeit immer noch umtreiben könnte, die ich empfunden hatte, als sie mir mit Ohrfeigen und Abreibungen das Reden versucht hatte auszutreiben, wird sie dabei nicht bedacht haben.
Sie wird nicht wissen, daß ich noch heute jede Ohrfeige spüre, die sie mir - für mich grundlos - verabreicht hatte.
Auch ihre Lügen habe ich noch im Ohr, die ihr locker über die Lippen gegangen waren, wenn sie den Verwandten klargemacht hatte, daß ich eine blühende Fantasie hatte. Dabei hatten Oma und sie den Opa noch ausgeschimpft. Ich sehe ihn heute noch - mit seinen langen Unterhosen notdürftig über seinen mageren Bauch zusammengenommen - fluchtartig das Zimmer verlassen, nachdem Mama und Opa mit ihm fertig waren.
Ich sehe auch noch die Verachtung in den Gesichtern der Verwandten, wenn sie angewidert auf ,mich herabgesehen hatten und gemeint hatten: "Wie kann ein so kleines Kind nur so einen Schmutz erzählen."
Auch die Verzweiflung ist noch da, darüber daß Mama mich nie in den Arm genommen hatte, um mich zu trösten.
Mutterseelen allein hatte sie mich gelassen mit den vielen Fragen, die ich irgendwann hatte, weil ich nicht verstand, warum ich für etwas bestraft wurde, daß andere KInder ungestraft tun durften.
Warum bekam ich Schläge, wenn ich den Mund aufmachte, und sie nicht?
Was war bei mir anders?

Dieser Auszug möge als erster Eindruck über diese Geschichte reichen. Die Qualen der Kindheit setzen sich im späteren Leben fort. Die weiteren Ereignisse übersteigen jedes normales Vorstellungsmaß.
Wenn Sie sich zu der Sache - oder auch zu eigenen Problemen - äußern möchten, tragen Sie sich bitte in das Gästebuch ein.

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