Beschneidungen verbieten!
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Religiöse Gewalt gegen Kinder ist leider immer noch ein Tabuthema.

Wir beschäftigen uns hier zunächst mit der schlimmsten Form, der Verstümmelung von Gliedmaßen von Kindern.

<<< Ausschnit aus meinem alten Religionsheft, ca 1963/4

Im Moment erleben wir eine Zeit starker religiöser Polarisierung. Die alten christlichen europäischen Volkskirchen haben abgewirtschaftet und sind aus eigener Kraft schon lange nicht mehr lebensfähig. Unsere Gesellschaft ist weitgehend säkularisiert, nur noch eine Minderheit fühlt sich den alten Religionen verbunden, die den Menschen offensichtlich nichts mehr zu bieten haben. Daneben wächst aber das Interesse der Menschen an religiösen Alternativen, Esoterik, Tantra etc.. Gleichzeitig stellt der sich ausbreitende Islam Europa vor neue Herausforderung. Aber auch das (religiöse) jüdische Leben entwickelt sich wieder.
Das stellt uns allen die Frage, wie wir künftig miteinander umgehen sollen. Wir müssen daher bestehende Verhältnisse hinterfragen, wobei eine totale Toleranz genau so schädlich wäre wie Intoleranz.

Was ist der Sinn dieser Initiative für ein Verbot von Beschneidungen? Welche Absichten verfolgt diese Aktion?

Der grundlegende Zweck dieser Initiative ist die Durchsetzung des Rechtes auf religiöse Selbstbestimmung für alle Menschen, Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Kein Mensch wird gefragt, ob er der X - Religionsgemeinschaft oder Kirche angehören will, sondern wird im Regelfall per Kindstaufe oder schon allein durch die Zufälligkeit seiner Geburt dazu gezwungen. Ein späterer evt. Kirchenaustritt wird von den großen Kirchen nicht anerkannt, im islamischen Bereich gar mit der Todesstrafe bedroht.
Dieses Recht wird bis heute von ausnahmslos allen Religionsgemeinschaften ignoriert und den Menschen vorenthalten. Fast immer werden diese Praktiken von der staatlichen Gewalt toleriert, ja in der Regel sogar gefördert.
Die Mitgliedschaft in einer Religiongemeinschaft oder Kirche muß in jedem Fall freiwillig sein, der Betreffende muß das Recht haben auf Wunsch aus dieser Organisation auszutreten ohne Repressalien befürchten zu müssen.
Nun behaupten viele Verfechter der Kindertaufe, den Kindern entstünde ja keinen Schaden, wenn man ihnen bei der Taufe ein wenig Wasser über den Kopf gieße. Wer will, könne ja später wenigstens zivilrechtlich austreten und müsse dann auch nichts zahlen. Ob man nun rein formaljuristisch Kirchenmitglied ist oder nicht - nun gut, das interessiere ja sowieso keinen.
Es mag vielleicht heute so sein, das kann ich nicht mit Sicherheit beurteilen. Allerdings wurden zu meiner Zeit - ich bin Jahrgang 1955 - Kinder in kirchlichen Kindergärten, Schulen und anderen Erziehungseinrichtungen geschlagen, und durch die religiöse Erziehung wurden in ihnen unkontrollierbare Ängste ausgelöst. Doch es ist schwierig, konkrete Nachweise zu erbringen, da ein objektiv prüfbarer Beweis dafür fehlt. Es blieben dann lediglich Schmerzensgeldansprüche nach § 847 BGB übrig.
Wir müssen uns daher zunächst auf ein Verbot von Beschneidungen konzentrieren. Hier ist der Nachweis der Mißhandlung auch noch nach Jahrzehnten eindeutig zu erbringen.
Anschließend wird damit hoffentlich die notwendige Diskussion über die moralischen und rechtlichen Aspekte der Beschneidungen und anderer Verletzungen des Rechts auf religiöse Selbstbestimmung ausgelöst.

Wie sieht die rechtliche Situation aus? Es gibt schließlich kein Gesetz, dass Beschneidungen verbietet.

Allerdings gibt es auch kein Gesetz, dass das Tätowieren oder Piercen von Kleinkindern verbietet. Verboten ist das trotzdem. Wir brauchen nicht für jede Form der Körperverletzung ein spezielles Gesetz, die vorhandenen Gesetze Körperverletzung § 223 ff StGB müssen nur endlich konsequent angewendet werden.
Es besteht ein allgemeiner gesellschaftlicher und juristischer Konsens, dass Kindesmißhandlungen nicht toleriert werden dürfen. Dabei spielt es keine Rolle, aus welchen Gründen der Täter so gehandelt hat: Überforderung durch allgemeine Lebensumstände, Alkohol- Drogensucht, wegen einer psychischen Störung, oder eben auch aus religiösen Gründen.
Die Gründe für die Kindesmißhandlung sind nur relevant für die Beurteilung der Frage, wie man mit dem Täter umzugehen hat. Braucht er etwa eine Psychotherapie oder eine gerichtliche Bestrafung, soll ihm das Sorgerecht für seine Kinder entzogen werden?
Nun versuchen viele betroffene Eltern sich mit der Behauptung, die Beschneidung diene medizinischen Gründen, aus ihrer Verantwortung zu stehlen. Diese Behauptung entpuppt sich jedoch schon rasch als Lüge, weil normalerweise große Familienfeiern zur Beschneidung der Kinder stattfinden. Niemand würde wegen einer medizinisch notwendigen Prozedur feiern.
Aber auch eine medizinische Behandlung gilt rechtlich als Körperverletzung, wenn der Betroffene nicht zugestimmt hat. Die Zustimmung der Eltern setzt aber voraus, dass die medizinische Behandlung zum Wohl ihres Kindes ist.
In der Regel ist das aber nur eine Schutzbehauptung, denn aus medizinischen Gründen sind Beschneidungen nur höchst selten anzuraten, was auch nachprüfbar ist. Im günstigsten Fall wiegen sich die die Vor- und Nachteile einer Beschneidung gegeneinander auf, was ebenfalls nachweisbar ist. Das wäre jedoch keine juristische Rechtfertigung für eine Beschneidung.
Es gilt also die Frage zu klären, ob eine Beschneidung von Kindern aus religiösen Gründen mit der Rechtsordnung (nicht nur) unseres Landes vereinbar ist. Daher ist es nötig, einige Musterprozessen zu führen. Es liegt im Interesse aller Beteiligten, Eltern, Kinder, Ärzten und der Kirche, dass Rechtssicherheit besteht.

Wie äußern sich Koran, Bibel, Talmud zur Beschneidung?

Für die Beantwortung dieser Frage bin ich nicht qualifiziert und zuständig. Allerdings spielt die Bewertung und Auslegung dieser Publikationen keine Rolle, da ausschließlich das staatliche Recht und die allgemeinen Menschenrechte auschlaggebend sind.

Beschneidungen werden in Europa in der Regel nur von Moslems und religiösen Juden durchgeführt, nicht aber von Christen. Die Forderung für das Verbot von Beschneidungen ist daher rassistisch und antisemitisch.

Wenn wir die notwendige und berechtigte Kritik an Mißständen auch weiterhin den Rechtsradikalen überlassen, dürfen wir uns nachher nicht beschweren, wenn jene neue Symphatisanten und immer mehr politischen Einfluß gewinnen. Die Rechtsradikalen würden am liebsten Juden und Moslems aus Europa vertreiben, das darf aber nicht unser Ziel sein. Es kommt vielmehr darauf an, auf jene Einfluß zu nehmen, damit sie bestimmte Praktiken einstellen, damit ihre Religion für alle vernünftigen Menschen tolerierbar wird. Das muß kein aussichtsloses Unterfangen sein, denn es gibt zumindest in jüdischen Kreisen Ablehnung gegenüber Beschneidungen.
Gegenseitige Toleranz ist eine unabdingbare Vorrausetzung für ein Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Kulturen und Denkungsart, aber Toleranz darf es nicht um jeden Preis geben. Im Moment sind die Bedingungen für Toleranz leider nicht gegeben.

In den USA sind Beschneidungen auch bei Christen weit verbreitet. Es besteht eine breite gesellschaftliche Akzeptanz. Es sind keine Fälle bekannt, wo sich jemand gegen Beschneidungen aufgelehnt hat.

Aber vor 150 Jahren wurde auch die Sklaverei in den USA gesellschaftlich und politisch akzeptiert. Mit diesem Argument könnte man also auch die Wiedereinführung der Sklaverei verlangen.
Doch die USA haben bewiesen, dass ihre Gesellschaft und der Staat dazu in der Lage sind sich weiter zu entwickeln. Man denke nur einmal an die Bürgerrechtsbewegung der Schwarzen in den 1950ger und 1960ger Jahren, die es vermocht haben den weißen Rassismus und die Apartheid im Lande weitgehend abzuschaffen.
Es gibt jedoch keinen Grund für die US Amerikaner - wie für alle anderen auch - sich mit dem bislang Erreichten zufrieden zu geben. Zur Herstellung der Religionsfreiheit gibt es noch großen Handlungsedarf.

Beschneidungen gibt es schon seit vielen Jahrhunderten, sie sind eine alte kulturelle Tradition.

Um so schlimmer, das beweist nur, das akuter Handlungsbedarf besteht. Machen wir uns die Beantwortung dieser Frage doch ganz einfach: Die guten Traditionen bewahren und pflegen wir, und die schlechten schaffen wir ab.

Die jüdischen und moslemischen Eltern sind durch Gebote ihrer Kirchen dazu verpflichtet Beschneidungen durchführen zu lassen.

Das ist richtig, die Eltern und die Ärzte tragen nicht allein die Verantwortung für das Unrecht, das den Kindern angetan wird. Die Kirchen, die solche Handlungen vorschreiben, stehen gleichermaßen in der Verantwortung.
Doch hier ist die rechtliche Situation eindeutig. Wenn eine Organisation ihre Mitglieder dazu anstachelt illegale Handlungen oder Straftaten zu begehen, muß sie als kriminelle Vereinigung angesehen werden. Eine solche Organsiation wäre dann zu verbieten.

Die Forderung nach einem Verbot von Beschneidungen ist ein Angriff auf die Religionsfreiheit!

Wer unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit versucht, Tierquälerei, Kindesmißhandlungen oder gar das Führen von "heiligen" Kriegen zu rechtfertigen, der pervertiert die Religionsfreiheit in ihr Gegenteil.
Die Religionsfreiheit gehört zu den allgemeinen Menschenrechten, sie soll dem Menschen ermöglichen in Frieden und Freiheit eine Religion seiner Wahl auszuüben ohne dabei Zwang auszuüben.
Das Recht auf körperliche und geistige Unversehrtheit von Kindern darf dabei nicht angetastet werden. Ein Erwachsener kann hingegen machen, was er will, er darf für seine freie Entscheidung weder bevorzugt noch benachteiligt werden.

Wie sähe die ideale Lösung dieses Problems aus?

Ideal wäre, wenn die Kirchen Einsicht zeigen würden und freiwillig auf derartige Praktiken wie Beschneidungen, Kindertaufen etc. verzichten würden.
Nur, wenn eine solche Bereitschaft in der Realität vorhanden wäre, hätten die Kirchen bereits seit Jahrhunderten Zeit gehabt entsprechend zu handeln.
Die Praxis hat leider gezeigt, dass sich die Kirchen immer nur durch äußeren Druck geändert haben. Andernfalls hätten wir heute immer noch den christlichen Scheiterhaufen.

Die deutsche Justiz hat schon das Schächten von Tieren, also Tierquälerei, mit der Religionsfreiheit für vereinbar erklärt, da die Religionsfreiheit ein höherwertiges Rechtsgut sei.

Man kann sicherlich unterschiedlicher Auffassung sein, ob das Schächten von Tieren, was den Tatbestand einer unnötigen Tierquälerei erfüllt, der freien Religionsausübung unterzuordnen ist.
Es besteht aber immer noch ein Unterschied zwischen der Mißhandluing von Tieren und Kindern. So kinderfeindlich sind wir ja nun auch wieder nicht, dass wir so etwas in einen Topf werfen würden.

Könnte man sich ernsthaft vorstellen, dass die deutsche Justiz tatsächlich einen Juden wegen einer Beschneidung verurteilt?

Ehrlich gesagt, nein. Ich kann mir aber auch nicht vorstellen, dass unsere Justiz einen Moslem wegen eines solchen Deliktes verurteilen würde, schon allein aus dem Grund, um nicht ähnliche Prozesse gegen Juden zu provozieren.
Ich halte das für bedauerlich, denn der Schaden hat wieder einmal der Rechtsstaat. Es ist unbestreitbar, dass in der Vergangenheit den Juden viel Unrecht angetan worden ist, besonders aber nicht nur im Dritten Reich. Doch eine bevorzugte Sonderbehandlung für Juden darf es auf keinen Fall geben, das würde nur weiteren Antisemitismus fördern.

...aber welchen Sinn sollen denn dann die Klagen gegen die betreffenden Ärzte und Eltern haben?

Nun, zunächst einmal geht es darum, die Bevölkerung auf dieses Problem aufmerksam zu machen. Außerdem gibt es bei den Moslems, die zumindest ich kenne, bis heute kein echtes Unrechtsbewußtsein, dass Beschneidungen etc. Unrecht sind.
Dinge, die nicht ausdrücklich verboten sind, gelten als gesellschaftlich tolerabel, wie zum Beispiel die niederländischen Drogengesetze.
Daneben haben wir in anderen Ländern ja eine andere Situation. Dort können die Juristen urteilen ohne von der traurigen Vergangenheit des Dritten Reiches voreingenommen zu sein.
Neben der strafrechtlichen Relevanz gilt es auch die zivilrechtlichen Aspekte zu beachten. Da ja die Eltern und Ärzte auf Weisung der jeweiligen Kirche gehandelt haben, wäre jene etwa für die Hälfte der Schadensersatzansprüche der Opfer religiöser Gewalt verantwortlich und haftbar. Die Kirchen würden mit einer Welle von Schadensersatzprozessen überschwemmt, was ihre finanzielle Potenz erheblich schwächen wird. Die Kirche kann das nur verhindern, wenn sie Einsicht zeigt und ihr Verhalten ändert.
Was gut und richtig ist, wird sich durchseitzen, egal wer den Anfang macht.

 

...jetzt möchte ich Sie um Ihre Mitarbeit bitten!

Ich suche nun Moslems, religiöse Juden etc. jeglicher Nationalität, die innerhalb der letzten drei Jahre ihr Kind aus religiösen Gründen beschnitten lassen haben, sowie Ärzte, die innerhalb der letzten drei Jahre religiös motivierte Beschneidungen durchgeführt haben, die sich freiwillig für eine Strafanzeige nach § 223 StGB (Körperverletzung) zur Verfügung stellen wollen.
Bitte senden Sie Ihre Zeugenaussage direkt an
mich per Briefpost. Sie können aber auch gegen sich selbst Anzeige erstatten bei dem nächsten Polizeirevier. Bitte informieren Sie mich in jenem Fall über den Ausgang des Ermittlungsverfahrens. Die Ergebnisse werden dann hier anonymisiert veröffentlicht.
Leisten Sie damit einen Beitrag zur Klärung dieser gesellschaftlich wichtigen Frage

Ihr Joachim Koßmann

 

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